Geschichte des Krankenvereins

120 Jahre Evangelischer Krankenverein Grötzingen im Jahr 2012

Aus Nächstenliebe, Mitleid oder Mitgefühl gründeten im Jahr 1892 Grötzinger Frauen einen Frauenverein. Die Vereinsgründung war eine Reaktion auf die sozialen Probleme des zu Ende gehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts, verursacht durch die Industrialisierung. Zu Beginn unterstützte der Verein die Kinderschule, bot Flickkurse für schulentlassene Mädchen an und zog die Unterstützung kranker Menschen in seine Arbeit mit ein.  Sehr bald wurde dann die Krankenpflege Hauptaufgabe des Vereins.
In der Zeit von 1896 bis 1972 waren 36 Diakonissen vom Rüppurrer Diakonissenhaus hier in Grötzingen in der Krankenpflege tätig.
Im Dritten Reich war der Frauenverein verboten. In dieser Zeit musste die NS – Schwesternschaft die Krankenpflege übernehmen. Erst 1946 wurde der Krankenverein wieder aktiv und es kamen aufs Neue Rüppurrer Diakonissen nach Grötzingen, bis zum Jahr 1972. Ab 1972 folgte viele Jahre eine freie Schwester, Frau Schneider, die in Grötzingen wohnt. Wir sind diesen Frauen zu großem Dank verpflichtet für die vielfältigen, selbstlosen Dienste die sie den Grötzinger Bürgern  getan haben.
 
Auf Grund der neuen Sozialgesetzgebung, musste im Jahr 1977, die bis dahin selbständige Grötzinger Krankenpflegestation, aufgegeben werden. Sie wurde in die Evangelische Diakoniestation Durlach einge-gliedert. Aus finanziellen Gründen wurde die Durlacher Station am 1.1.2004 von der Evang. Sozialstation Karlsruhe übernommen. Seit dem werden unsere Patienten von der Karlsruher Station versorgt. Der Evangelische Krankenverein Grötzingen ist in Verbindung mit der Evangelischen Pfarrgemeinde Grötzingen, Gesellschafter bei der Evang. Sozialstation Karlsruhe.

Ab 1997 gibt es, unter der Eigenregie des Krankenvereins Grötzingen, den Kranken – und Altenbetreuungsdienst, der von vier Gemeindegliedern, erbracht  wird.  Diese Einrichtung erbringt so genannte pflege-ergänzende Dienste.  Der Krankenverein war in den vergangenen Jahrzehnten eine segensreiche Einrichtung in unserem Ort und bleibt nach wie vor eine wichtige Solidargemeinschaft von gesunden und kranken Gemeindegliedern in Grötzingen.

Das 120-jährige Bestehen des Krankenvereins wurde mit einem Festgottesdienst, unter Mitwirkung des katholischen und evangelischen Kirchenchores mit der Darbietung der Kantate: „Wer nur den lieben Gott lässt walten“,  am Sonntag, den 1. Juli 2012 in unserer Kirche begangen.  Ein Gemeindeglied spendet dem Verein, anlässlich des 120 – jährigen Jubiläums, 30 Meter Hefezopf, der nach dem Gottesdienst gegen Spenden abgegeben wurde. Diese großzügige Spende ist dem Verein eine wertvolle Hilfe bei der Erfüllung der diakonischen Aufgaben an unserem Ort. Darüber hinaus haben wir, anlässlich des Jubiläums, einige Spenden von Gemeindegliedern und einem örtlichen Geschäft erhalten, wofür wir sehr dankbar sind.

Im Jahr 2011 hatte der Verein 345 Mitglieder. Der Bedarf an Hilfen für den Kranken- und Altenbetreuungsdienst ist steigend. Es ist deshalb sehr wichtig, dass neue, möglichst junge Menschen, Familien und Singles, Mitglieder werden und uns Sponsoren weiterhin wohl gesonnen sind, die den wichtigen diakonischen Auftrag in der Krankenpflege und Altenbetreuung in Grötzingen mittragen und unterstützen.                                                       

S. Heidt