Friedrich Fröbel

Friedrich Wilhelm August Fröbel

Friedrich August Fröbel

Unser Kindergarten ist in der Fröbelstraße. Die Straße heißt nach einem bedeutenden evangelischen Pädagogen. Darum haben wir in Absprache mit der Kindergartenleitung beschlossen, den Kindergarten Fröbelkindergarten zu nennen. Nachstehend erfahren Sie, wer Friedrich Fröbel war.

Am 21. April 1782 ist der Geburtstag von Friedrich Wilhelm Fröbel, dem Erfinder des Kindergartens und Begründer der Spielpädagogik. Fröbels Werk genießt heute noch weltweit großes Ansehen. Der von ihm geprägte Begriff „Kindergarten“ wurde unübersetzt in 22 Sprachen übernommen.

Frei denkende, selbsttätige Menschen

Das Erziehungsziel des in Oberweißbach/Thüringen geborenen Pfarrersohnes waren frei denkende, selbstständige Menschen. Fröbel bezog Kinder und Eltern, Öffentlichkeit und das aktuelle Umfeld in sein Erziehungskonzept mit ein und verlangte eine persönlichkeits-, sozial- und sachkompetenzzentrierte Ausbildung von Erziehenden. Viele Elemente erst Jahrzehnte später entstandener pädagogischer Konzepte sind bei Fröbel schon im Grundsatz vorhanden. So legte der Schüler Pestalozzis Wert auf eine frühzeitige Sprachförderung, auf die Beobachtung und Pflege der Natur, auf Erforschen und Experimentieren sowie auf die Förderung von Gesang und Bewegung, Malen und Gestalten sowie auf Selbsterfahrung durch Zusammenarbeit mit anderen.

Der Werdegang

Fröbel absolvierte zunächst eine Landwirtschafts- und Försterlehre bis er 1805 nach Frankfurt a. M. übersiedelte. Durch seine Bekanntschaft mit dem Pestalozzianhänger Gottlieb Anton Gruner, dem Leiter der Frankfurter „Musterschule“ entschloss er sich, Lehrer zu werden. Noch im gleichen Jahr besucht er Pestalozzi in Iferten in der Schweiz. „Was ich sah, wirkte erhebend und niederdrückend, erweckend und betäubend auf mich. Vierzehn Tage dauerte mein Aufenthalt. Ich arbeitete und verarbeitete, was ich konnte…“ Ein Jahr später übernimmt Fröbel die Stelle eines Hauslehrers für die drei Söhne einer adeligen Familie in Frankfurt, mit denen er von 1808 bis 1810 in Pestalozzis Institut in Iferten lebt. Daraufhin setzt er seine Studien in Göttingen und Berlin fort, kämpft später im Freikorps gegen Napoleon, wird Assistent am Museum für Mineralogie in Berlin und gründet 1816 in Griesheim bei Arnstadt die „Allgemeine Deutsche Erziehungsanstalt“, die als Vorläufer der Landerziehungsheime gilt. 1826 erscheint sein literarisches Hauptwerk „Die Menschenerziehung“. Fünf Jahre später zieht er wieder in die Schweiz und übernimmt die Leitung der Erziehungsanstalten in Wartensee, Willisau und Burgdorf. Nach einem kurzen Zwischenaufenthalt in Berlin geht Fröbel nach Blankenburg in Thüringen, wo er am 28. Juni 1840 den „Allgemeinen Deutschen Kindergarten“ gründet. Der Gründungsakt fand im örtlichen Rathaus statt. Bereits zwei Jahre später lädt er regelmäßig zu Kindergärtnerinnenkursen ein und gründet dann 1849 die erste Ausbildungsstätte für Kindergärtnerinnen mit Internat und Kindergarten. Die Idee des Kindergartens findet immer mehr Anklang. Doch am 7. August 1851 trifft Fröbel ein Schlag, der ihm schließlich die Lebenskraft raubt: Das preußische Kultusministerium bezeichnet die Kindergärten als „atheistisch und demagogisch“ und verbietet sie wegen angeblich „destruktiver Tendenzen auf dem Gebiet der Religion und Politik“. Als die Kindergärten 1860 wieder zugelassen werden, lebt Fröbel nicht mehr. Er ist knapp ein Jahr nach dem Verbot, am 21. Juni 1852, in Marienthal verstorben.

Stephan Braun